Im namen der erde’/ ‘Au nom de la terre’

Ausstellung:   01.12.16 – 04.04.2017

Aus der Erde ragt ein Totenkopf: Ein Bild, in dem sich Michel Granger auf drastische und direkte Weise mit der Bedrohung der Erde auseinandersetzt. Die Darstellung wurde vor 40 Jahren als Cover des legendären Studienalbums “Oxygene“ von Jean-Michel Jarre millionenfach verkauft. Erde und Mensch stehen seitdem im Zentrum des Gesamtwerks des französischen Malers. Sein Engagement setzt Granger künstlerisch in den verschiedensten Formen um, unter anderem auch als Briefmarken für die internationalen Organisationen UNO und UNESCO.

Das Tian’anmen-Massaker im Jahr 1989 war ein Ereignis, das einen besonderen Einfluss auf sein Schaffen hatte. Granger begann, mit Kampfpanzern zu malen – als Zeichen des Protests. Die stählernen Giganten dienten nicht mehr dem Krieg, sondern der Kunst. Seine ersten abstrakten und großformatigen Panzerbilder, sogenannte “Empreintes“, entstanden 1991. Das Ergebnis: Bildstrukturen von beunruhigender Leichtigkeit.

Im Jahr 2015 entsteht “Herbarium“. Ein Kunstprojekt, bei dem der Künstler mit abgeholzten Ästen, Zweigen und einer Straßenwalze arbeitet. Der Zyklus stellt ein weiteres künstlerisches Aufbegehren dar. Denn hier rückt der Maler das Thema der Abholzung in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Die von Granger im Atelier bearbeiteten Bilder repräsentieren figurative, teilweise japonisierende Kompositionen.

Michel Granger wurde am 13. Oktober 1946 in Roanne im Südosten Frankreichs geboren. Nach dem Studium der Schönen Künste in Lyon ging er 1969 nach Paris. Neben seiner Malerei entwarf er regelmäßig Zeichnungen und Illustrationen für französische und ausländische Zeitungen, darunter auch «Der Spiegel». Seine Werke wurden unter anderem in Einzelausstellungen in Galerien und Museen in Frankreich, Deutschland, Polen und Japan gezeigt.

 

Sabine Glaubitz

 

www.granger-michel.com


 

 
  Photographer Doreen Geyer

Photographer Doreen Geyer

 
 

AU NOM DE LA TERRE

Michel Granger

Ursprünglich sollte die Ausstellung „Au Nom de la Terre“  Michel Grangers neue Serie von grün-blauen Pflanzendrucken ausstellen, die an ein klassisches Herbarium erinnern. Mitten in den Vorbereitungen kam aber eine ungewöhnliche Anfrage: Der Electronic-Musiker Jean-Michel Jarre an, ob er das Platten-Cover für das Album „Oxygène“ von 1976, das Granger gezeichnet hatte, zum 40-jährigen Jubiläum in 3D nutzen könne. Granger zeichnete zum 40-jährigen Jubiläum ein zweite Perspektive des „Oxygène“ Covers mit dem Bildnis der Erde, aus der ein Totenschädel ausbricht.

„Au Nom de la Terre“ bringt diese beiden Werke Michel Grangers zusammen: Vetiver und erdige Holz-Noten reflektieren das Herbarium während mineralische Elemente das ozonische Blau von „Oxygène“ aufgreifen.